Technokratie und Posttechnokratie

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Christian Hiebaum

Abstract

Technokratie ist heute nahezu allgemein übel beleumundet. Ein Gutteil politischer Fundamentalkritik (insbesondere an der Europäischen Union) ist Kritik an technokratischem Entscheiden. Gleichwohl macht man sich mit dem Vorschlag, die Regierung hauptsächlich oder gar ausschließlich mit „Expertinnen und Experten“ zu besetzen, im Wahlvolk eher beliebt als unbeliebt. Und prominente Ökonomen beklagen den Mangel an Sachverstand, wie er sich in Austeritätspolitiken manifestiere, die nicht zuletzt von genau denjenigen Instanzen verordnet werden, die unter Technokratie-Verdacht stehen. Manche bezweifeln auch explizit, dass wir an zu viel Technokratie laborieren würden. Um den Widerspruch zwischen Technokratie-Kritik und Technokratie-Leugnung (bzw dem Wunsch nach mehr Expertise in der Politik) aufzulösen, schlage ich den Begriff der Posttechnokratie vor. Einiges an heutiger Technokratie-Kritik, so meine These, bezieht sich eigentlich auf die Posttechnokratie. Im Folgenden unterscheide ich Technokratie und Posttechnokratie, indem ich ihr jeweiliges Verhältnis zu Bürokratie, Hierarchie, Partizipation und ideologischer Vielfalt näher betrachte.

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